Zeitarbeit: Rechte und Pflichten als Unternehmen

Zeitarbeit ist eine lukrative Möglichkeit für Unternehmen, um Personalengpässe zu überwinden und unverbindlich Fachkräfte übergangsweise anzuheuern. Doch auch als Unternehmer oder Unternehmerin haben Sie gegenüber Zeitarbeitern und Zeitarbeiterinnen gewisse Rechte und Pflichten, die Sie in jedem Falle kennen sollten. Wir von der TIMEWORK Stuttgart Brosi GmbH führen Sie in die rechtlichen Regelungen der Zeitarbeit ein.

Mann am Computer als Symbol für Unternehmen
AdobeStock // NicoElNino

Rechtsgrundlagen – Unterschied zwischen Werkvertrag und Arbeitnehmerüberlassung

Bevor Sie die Rechte und Pflichten von Unternehmen in Bezug auf Zeitarbeit kennenlernen, müssen Sie zunächst den Unterschied zwischen Arbeitnehmerüberlassung und Werkvertrag verstehen. Bei einem Werkvertrag schließt der Auftraggeber oder die Auftraggeberin mit einem Dienstleister einen Vertrag ab, bei dem ein festgelegter Arbeitsumfang beauftragt wird. Hierbei wird lediglich die Erfüllung der Aufgaben bestellt. Es wird nicht festgelegt, wie viele Fachkräfte diese Aufgaben erfüllen und im Besonderen wird nicht namentlich genannt, wer die Aufgabe erfüllt. Damit wird auch nicht ein Arbeitnehmer oder eine Arbeitnehmerin entliehen, sondern eine Arbeitsleistung bestellt.

Bei einer Arbeitnehmerüberlassung dagegen wird eine namentlich genannte Fachkraft für die Erfüllung von Aufgaben beauftragt. Die Unterscheidung zwischen Werkvertrag und Arbeitnehmerüberlassung ist von großer Bedeutung, da ein Arbeitnehmerüberlassungsvertrag mit streng geregelten Pflichten einhergeht.

Das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz – strenge Regeln für die Leiharbeit

Das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz regelt alle Rechte und Pflichten für Unternehmen, die mit einem Arbeitnehmerüberlassungsvertrag verbunden sind. Zum einen muss ein Dienstleister die Erlaubnis der Behörden einholen, wenn eine Arbeitskraft verliehen werden soll. Auch der Entleiher und die Arbeitskraft müssen diesem Vorgehen zustimmen.

Der Leiharbeiter oder die Leiharbeiterin muss den eigenen Angestellten im Unternehmen gleichgestellt werden, sofern die Firma an einen Tarifvertrag gebunden ist. Dazu gehören die Bezahlung und auch die übrigen Arbeitsbedingungen. Zudem ist der Einsatz des Leiharbeiters oder der Leiharbeiterin in einem Unternehmen zeitlich begrenzt. Der Arbeitseinsatz darf nicht länger als 18 Monate andauern. Anschließend muss entweder eine Pause von mindestens drei Monaten folgen oder der Leiharbeiter bzw. die Leiharbeiterin in ein anderes Projekt oder eine andere Abteilung versetzt werden. Alternativ kann eine Übernahme in das Unternehmen erfolgen.

Ein Tarifvertrag kann die gesetzlichen Regelungen der Zeitarbeit ergänzen oder teilweise ersetzen. Hierzu gibt es Ausnahmen von der Gleichstellung und der Arbeitseinsatzhöchstdauer. Informieren Sie sich daher vor dem Abschluss eines Arbeitnehmerüberlassungsvertrags genau, welche Spielräume Sie als Unternehmer oder Unternehmerin haben.

Rechte und Pflichten als Folge des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes

Aus dem Arbeitnehmerüberlassungsgesetz folgen Rechte und Pflichten für Sie als Unternehmen. Diese gelten zum einen in Bezug auf den Verleiher und zum anderen in Bezug auf den Leiharbeitnehmer oder die Leiharbeitnehmerin.

Mit dem Verleiher müssen Sie einen schriftlichen Vertrag schließen, der folgende Inhalte hat:

  • Dauer der Entleihung
  • Art der Tätigkeit
  • Berufliche Qualifikation für die Tätigkeit
  • Arbeitsbedingungen und Arbeitsentgelt

Gegenüber den Leiharbeiterinnen und Leiharbeitern betreffen die wichtigsten Pflichten die Einhaltung der Gleichstellung mit der Stammbelegschaft. So muss beispielsweise nicht nur der Lohn gleichgestellt sein, sondern auch der Zugang zu betrieblichen Einrichtungen gewährleistet sein. Zudem müssen Sie die Leiharbeiter und Leiharbeiterinnen auf offene Stellen hinweisen, um so auch ihnen die Chance zu geben, in ein festes Angestelltenverhältnis zu wechseln.

Befindet sich Ihr Unternehmen in einer Krise mit Arbeitskampf, müssen Sie nachweisen, dass die Leiharbeiterinnen und Leiharbeiter keine Aufgaben übernehmen, die eigentlich von Angestellten im Streik durchgeführt werden. Die Nichteinhaltung des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes kann empfindliche Strafen zur Folge haben. Lassen Sie sich im Zweifel daher genau zu den Bedingungen beraten, um keine Risiken einzugehen. Wir von der TIMEWORK Stuttgart Brosi GmbH stehen Ihnen gerne beratend zur Seite.